(Suse-) Linux auf dem Dell Inspiron 510m
Letzte Änderung:
12.01.07 (ddmmyy)
There are some very informative web sites in English about how to install Linux on the Inspiron 510m, therefore I decided to publish this page in German. If you have any questions or tips you can contact me in English as well. I tested (open)Suse Linux 9.3, 10.0 and 10.2 on this laptop.

Einleitung

Diese Seite ist Teil der Projekte TuxMobil und Linux on Laptops.

Auf diesem Rechner habe ich die Suse- bzw. openSUSE-Versionen 9.3,10.0 und 10.2 ausprobiert. Da es schon einige sehr gute und technisch detailierte (englische) Berichte zum Thema "Linux auf dem 510m" gibt, schreibe ich diesen auf deutsch. Insbesondere der Bericht von M. Zimmermann hat mir sehr geholfen. Soweit nicht anders gekennzeichnet beziehen sich die Informationen auf dieser Seite auf die Version 9.3.

Die 2,x GB große Partition habe ich mit dem Suse-Partitionstool vor der Installation gelöscht. Ich nehme an, dass dies die Dell-Systemwiederherstellungspartition war. Negative Auswirkungen hat dies bis jetzt keine auf das Windows-System gehabt.

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Kurzübersicht und Inhalt

funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
funktioniert nicht funktioniert bisher nicht
Konfiguration notwendig Konfiguration notwendig
bisher nicht getestet nicht getestet
funktioniert teilweise funktioniert teilweise

Inspiron 510m (Bestelldatum: 31.05.05) Suse 9.3 10.0 10.2
Prozessor: Pentium M 725 mit 1.6Ghz funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
Speicher: 2x256MB DDR-SDRAM  
   
Display: 15.0" SXGA+ (1400 * 1050)
Chipsatz: Intel 82852/855GM (rev. 2) integrated graphic
Konfiguration notwendig funktioniert "out of the box" Konfiguration notwendig
externer Monitor, Xinerama/ Clone Modus  funktioniert nicht bisher nicht getestet funktioniert nicht
Bios: Version A09 (mittlerweile Update auf: A11)
     
Festplatte: 60GB 5400U/Min funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
Optisch: SONY DVD+/-RW DW-D56A funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
Ethernet: Intel 82801DB PRO/100 VE
funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
WLAN: Intel Pro Wireless LAN 2200 802.11b/g funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
Modem: Intel 82801DB/DBL/DBM bisher nicht getestet bisher nicht getestet bisher nicht getestet
Firewire: Texas Instruments PCI4510
bisher nicht getestet bisher nicht getestet bisher nicht getestet
Irda bisher nicht getestet bisher nicht getestet bisher nicht getestet
USB: Intel 82801DB/DBL/DBM
funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
Sound: Intel 82801DB/DBL/DBM funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
Fn-Tasten Konfiguration notwendig bisher nicht getestet funktioniert teilweise
Akku: 53Wh funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box" funktioniert "out of the box"
ACPI funktioniert teilweise / Konfiguration notwendig bisher nicht getestet funktioniert "out of the box"

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Prozessor

Der Prozessor wird einwandfrei unterstützt. Im Suse-KPowersave-Programm gibt es drei CPU-Profile: Leistung, Dynamisch und Energiesparen. Bei der Einstellung "Dynamisch" wird die CPU (bei mir) je nach Bedarf zwischen 600 und 1600MHz getaktet.

Hinweis: Es gibt einen Kernelpatch (Linux-PHC) mit dem man den Prozessor "undervolten" kann. Dies hat laut den Entwicklern die Vorteile, dass der Lüfter bei gleicher CPU-Last mit geringerer Geschwindigkeit laufen kann und dass der Akku länger hält. Der Lüfter ist bei Office-/ Internetbetrieb (bei normaler Umgebungstemperatur) zum Glück nicht hörbar, weshalb der Patch sicher nicht zwingend notwendig ist. Allerdings habe ich das Gefühl, dass er mit dem Patch z.B. beim kompilieren wesentlich später anläuft als vorher.

Obligatorischer Warnhinweis: Einen neuen Kernel richtg zu kompilieren ist keine ganz triviale Sache und kann bei fehlerhafter Konfiguration bzw. Installation das System in einen nicht bootbaren Zustand versetzten. "Undervolting" mit falschen Werten kann das System zum Abstürzen bringen. Das Befolgen der unten stehenden Tipps erfolgt auf eigene Gefahr!

Den Patch habe ich unter openSUSE 10.2 erfolgreich getestet. Für das Kernelkompilieren kann ich das hervorragende HOWTO von Dr. Thomas Hertweck empfehlen. Wie man den Kernel patched steht in der Dokumentation von Linux-PHC. Für den Susekernel (2.6.18.2-34-default) habe ich die Patchversion  "linux-phc-0.2.8-kernel-vanilla-2.6.18" genommen.
Nach erfolgreichem Reboot mit dem neuen Kernel kann man die default Frequenz : Spannungs - Pärchen mit
  cat /sys/devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/op_points_table
auslesen. Mit neuen Spannungswerten (aus der Dokumentation des Windows-Programms "Notebook Hardware Control"), kann man die Defaultwerte wie folgt überschreiben:
  echo "1600000:1196,1600000:1196,1600000:1196,1600000:1196,1600000:1196,
  1400000:1100,1200000:1004,1000000:908,800000:812,600000:700" >
  /sys/devices/system/cpu/cpu0/cpufreq/op_points_table
Dieser Befehl muss nach jedem Reboot erneut ausgeführt werden. Allerdings habe ich dafür noch keinen geeignete Stelle gefunden. /etc/init.d/boot.local scheint zu früh zu sein. Für einen guten Tipp wäre ich dankbar...

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Display

Das Installationsmenü direkt nach dem Booten von DVD erscheint im Textmodus. Auch der Bootmanager Grub präsentiert sich später im Textmodus. Die Installation selber läuft grafisch, allerdings nicht in der vollen Auflösung.
Wegen eines Bugs wird die native Auflösung von 1400 * 1050 nicht direkt unterstützt. Vielen Dank an Alain Poirier, der ein kleines Programm geschrieben hat, das diesen Bug behebt. Dazu einfach nach der Installation sein Programm herunterladen, entpacken und mit"make", "make install" installieren. (Es müssen natürlich vorher ggf. die Entwicklungswerkzeuge mit Yast nachinstalliert werden.)
Nach einem "/usr/sbin/855resolution 3c 1400 1050" kann die native Auflösung benutzt werden. Da dies nach jedem Neustart ausgeführt werden muss, kann man diesen Befehl sinnvollerweise z.B. an die Datei /etc/init.d/boot.local anfügen.

Achtung: Auf älteren Notebooks (bzw. älteren BIOS-Versionen) ist evtl. noch mehr zu patchen. Siehe dazu den Bericht von M. Zimmermann.

Update: Bei openSUSE 10.0 wird der Patch automatisch installiert und angewandt. Unter der Version 10.2 wird er (das Paket heißt mittlerweile 915resolution) zwar installiert aber nicht aktiviert. Dies kann man in der Datei /etc/sysconfig/videobios beheben:
  VIDEOBIOS_PATCH="yes"
  VIDEOBIOS_PARAMETERS="3c 1400 1050"

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externer Monitor

Hier habe ich nur wenig herumexperimentiert. Mittels Sax2 ist es mir nicht gelungen einen externen TFT-Monitor im Xinerama- oder Clone-Modus zu konfigurieren. Einen Versuch wert wäre die manuelle Erstellung einer xorg.conf. Hier wäre ich für Tipps dankbar ...

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Optisches Laufwerk

Das optische Laufwerk funktioniert, allerdings habe ich selbst mit der neusten Firmware Probleme beim Lesen von beschriebenen i-base Plus-Rohlingen.

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WLAN

WLAN funktioniert nach der Konfiguration mit Yast einwandfrei, inklusive WEP und WPA.

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Modem

Das Modem wird von Yast als Conexant Modem erkannt. Konfiguriert man es, dann werden die smartlink-softmodem Treiber nachinstalliert. Die Funktionalität konnte ich noch nicht testen, ein Einwahlversuch ohne Telefonanschluss sieht laut Log-Datei aber vielversprechend aus.

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Firewire

Noch nicht getestet, sollte aber funktionieren.

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Fn-Tasten

Die Tasten mit denen man die Helligkeit des Displays verändern kann scheinen betriebssystemunabhängig zu sein und funktionieren.

Die Suspend-Taste funktioniert. Mehr dazu unter ACPI.

Die drei Sound-Tasten müssen noch konfiguriert werden.
Folgende Zeilen in eine Textdatei schreiben und als .Xmodmap im Homeverzeichnis abspeichern.

keycode 160 = F31
keycode 174 = F32
keycode 176 = F33
keycode 117 = F34


Die ersten drei Zeilen sind die Sound-Tasten, die letzte ist zusätzlich die Menu-Taste. Danach "xmodmap ~/.Xmodmap" ausführen. Zum Ermitteln der Keycodes kann man das Programm xev benutzen.

Nun können die Tasten mit lineak oder direkt im KDE-Kontrollzentrum mit KHotKeys konfiguriert werden.
Ich habe es erst mit lineak versucht. Da die von Suse mitgelieferte lineak-Version direkt nach dem Start abgestürzt ist, habe ich die Quellen heruntergeladen und lineak + Plugins selber kompiliert. Dies hat dann bis auf das OSD-Plugin auch funktioniert.
Bei Benutzung von KDE empfiehlt es sich die Tasten direkt mit KHotKeys zu konfigurieren. Dort muss man lediglich für jede Taste eine Aktion (Aktionstyp: Tastenkürzel -> Befehl/Adresse) anlegen. Unter "Befehl" dann folgendes einragen:
für mute:  "dcop kmix Mixer0 toggleMute 82801DB-ICH4"
für volume down: "dcop kmix Mixer0 decreaseVolume 82801DB-ICH4"
für volume up: "dcop kmix Mixer0 increaseVolume 82801DB-ICH4"
für menu (z.B.): "kmail"

Update: Unter openSUSE 10.2 funktionieren die Sound-Fn-Tasten "out of the box" inklusive on screen display. Allerdings funktioniert die Suspend-Taste nicht mehr und die CD-Auswurftaste bringt bei mir das System komplett zum hängen!

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Akku

Die Laufzeit des Akkus habe ich noch nicht getestet. Aufgrund der von KPowersave prognostizierten Zeit und Extrapolation bei ca. 60% Ladezustand würde ich auf deutlich über drei, evtl. sogar auf über 3,5 Stunden tippen. (zwei Stufen abgedunkeltes Display und typische Office-/ Internetaktivität)

Achtung: Liegt eine DVD im Laufwerk, dann fährt das Laufwerk nach einem  Zugriff nicht mehr komplett herunter! Dies stellt dann nicht nur eine unangename Geräuschquelle dar, sondern auch die Laufzeit wird deutlich verringert.
Ich habe dieses Verhalten mit der Suse-Installations-DVD festgestellt. Bei einer beschriebenen CD-RW trat das Problem nicht auf.

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ACPI

Sowohl der Netz- als auch der Akkubetrieb wird korrekt erkannt. Entfernt man das Notebook vom Netz wird das Display auf einen im BIOS einstellbaren Wert abgedunkelt. Das KPowersave-Schema wird von "Leistung" auf "Energiesparen" geändert. Der Akkuladezustand wird anscheinend korrekt angezeigt. Die einstellbaren Ladezustandswarnungen werden angezeigt.

Suspend to Disk funktioniert prinzipiell, allerdings ist beim hochfahren der Grafikpatch nicht mehr im RAM weshalb das Starten von X (bei Benutzung der 1400er Auflösung) fehlschlägt.
Dank Eduard Bröcker konnte ich auch dieses Problem folgendermaßen beheben:
  • Den Befehl "chvt 1" in die Datei /usr/lib/powersave/scripts/prepare_suspend_to_disk ganz am Ende über das "exit 0" einfügen.
  • Die Befehle "/usr/sbin/855resolution 3c 1400 1050" und "chvt 7" in dieser Reihenfolge in die Datei /usr/lib/powersave/scripts/restore_after_suspend_to_disk wiederum ganz am Ende über "exit 0" einfügen.
Suspend to RAM scheint so ohne weiteres nicht zu funktionieren.

Update: Unter openSUSE 10.2 funktionieren sowohl Suspend to Disk als auch Suspend to RAM einwandfrei.

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Links

Andere Dell-Erfahrungsberichte:
TuxMobil
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